Obedience

Obedience

 

In einem Obedience-Wettbewerb (OB) wird das kooperative und kontrollierte Verhalten des Hundes überprüft. Besonders zu beachten sind der gute Kontakt zwischen Hund und Hundeführer sowie das bereitwillige Gehorchen des Hundes, auch wenn er sich in einem Abstand vom Hundeführer befindet.

Zu dieser Sportart gehört neben der vollständigen Beherrschung der Basishörzeichen auch das Apportieren von unterschiedlichen Materialien (Holz, Metall, Kunststoff). Besonders wichtig ist beim Obedience die Kontrolle auf Distanz. Dabei lenkt der Hundeführer seinen Hund nur durch Hör- und Satzzeichen aus größerer Entfernung. Auf diese Anweisungen hin muss der Hund präzise zwischen der Sitz-, Steh-, und Platz-Position wechseln, wird zu unterschiedlichen Markierungspunkten geschickt und muss zwischen rechts und links unterscheiden können.

Beim Richtungsapport wird der Hund gezielt zu einem der drei ausgelegten Bringhölzer geschickt (Mitte, rechte Seite, linke Seite) und darf nur das angezeigte Objekt apportieren. Ein weiteres Element beim Obedience ist die Geruchsidentifikation. Aus mehreren identischen Objekten muss der Hund das herausfinden, welches der Hundeführer vorher berührt hat.

Prüfungsklassen

Im Obedience kann der Hundesportler in 4 verschiedenen Leistungsklassen antreten: von der Beginnerklasse über Klasse 1 und 2 bis zu der nach internationalem Reglement der FCI gerichteten Klasse 3. In dieser Klasse werden auch Europa- und Weltmeisterschaften durchgeführt. Vorraussetzung zur Teilnahmne an einer Beginnerprüfung ist eine erfolgreich abgelegte Begleithundeprüfung. Ein Aufstieg von der einen Prüfungsstufe zur nächst höheren kann erfolgen, wenn man in einem Wettbewerb das Werturteil „Vorzüglich“ erhält (ab 256 von 320 maximal erreichbaren Punkten)

 

Beginner Klasse

  • Verhalten gegenüber anderen Hunden
  • Stehen und betasten
  • 2 Minuten liegen in einer Gruppe, Hundeführer in Sicht
  • Freifolge
  • Sitz oder Platz aus der Bewegung
  • In ein 10m entferntes Quadrat schicken mit Platz
  • Abrufen
  • Apport auf ebener Erde
  • Distanzkontrolle aus 5m, 2 Wechsel
  • Um einen 10 Meter entfernten Pylon herumschicken

Klasse 1

  • 1 Minute Sitzen in einer Gruppe, Hundeführer in Sicht
  • Freifolge
  • Steh aus der Bewegung
  • Abrufen
  • Sitz oder Platz aus der Bewegung
  • In ein 15m entferntes Quadrat schicken mit Platz
  • Holzapport
  • Distanzkontrolle aus 5m, 4 Wechsel
  • Abrufen über eine Hürde
  • Um einen 10 Meter entfernten Pylon herumschicken

 

Klasse 2

  • 2 Minuten Liegen in einer Gruppe, Hundeführer ausser Sicht
  • Freifolge
  • Steh und/oder Sitz und/oder Platz aus der Bewegung
  • Abrufen mit Steh
  • In ein Quadrat schicken mit Platz und abrufen
  • Apportieren mit Richtungsanweisung
  • Geruchsidentifizierung aus 6 Holzgegenständen
  • Distanzkontrolle aus 10m
  • Metallapport über eine Hürde

 

Klasse 3

  • 2 Minuten Sitzen in einer Gruppe, Hundeführer ausser Sicht
  • 1 Minute Liegen in einer Gruppe mit Abrufen
  • Freifolge
  • Steh, Sitz und Platz aus der Bewegung
  • Abrufen mit Steh und Platz
  • In ein Quadrat schicken mit Richtungsanweisung, Platz und Abrufen
  • Holzapport mit Richtungsanweisung
  • Um einen Pylon senden, Steh/Sitz oder Platz und Holzapport mit Richtungsanweisung über einen Sprung
  • Geruchsidentifizierung aus 6-8 Holzgegenständen
  • Distanzkontrolle aus 15m

 

Das Abliegen / Absitzen

Das Abliegen oder Absitzen erfolgt in allen Klassen grundsätzlich mit mindestens 3 Hunden. Die Hundeführer entfernen sich alle gleichzeitig von den Hunden, kehren dann gleichzeitig zurück, gehen dann aber an den Hunden vorbei und stellen sich 3m dahinter auf um dann erst die Grundstellung einzunehmen. Die Hunde dürfen sich nicht bewegen und keine Geräusche von sich geben.

 

Die Freifolge

Wird in verschiedenen Geschwindigkeiten (Normalschritt, Laufschritt, langsamer Schritt) gezeigt, wobei Links-, Rechts- und Kehrtwendungen in die Tempi eingebaut werden. Aus der Grundstellung heraus müssen 2-3 Schritte nach vorne, links, rechts oder zurück gezeigt werden. Das Hörzeichen z.B. „Fuß“ ist nur beim Angehen oder bei Tempowechseln erlaubt. Es sind keine weiteren Hilfen (verbal oder Körperlich, wie z.B Handzeichen) erlaubt. Der Hund muss sich jederzeit parallel zum Hundeführer befinden (Schulter auf Kniehöhe).

 

Steh, Sitz und Platz aus der Bewegung

Diese Übung wird gegen den Uhrzeigersinn an einem 8x8m großem Quadrat gezeigt, so dass in den jeweiligen Ecken Linkswendungen gezeigt werden müssen. Die jeweiligen Hörzeichen werden nach Kommando des Ringstewards aus der Bewegung gegeben, die der Hund sofort auszuführen hat. Der Hundeführer geht nach jedem Hörzeichen ohne Tempowechsel um das Quadrat herum und nimmt den Hund nach Umrundung jeweils bis zur nächsten Schenkelseite mit, um ihn dort wieder mit einem Hörzeichen zu positionieren.

 

 

Heranrufen mit Steh und Platz

Der Hund wird ins „Platz“ gebracht, der Hundeführer entfernt sich 30-35m und stellt sich gegenüber des Hundes auf. Auf Anweisung des Ringstewards wir der Hund gerufen und mit einem Hör- ODER Sichtzeichen nach dem ersten Drittel zum Stehen und nach dem zweiten Drittel zum Liegen gebracht werden. Die Ausführung des Hundes muss nach maximal 1 Körperlänge erfolgt sein!

 

Voransenden mit Richtungsanweisung

Zunächst wird der Hund zu einer 10m entfernten Pylone geschickt, wo er in einem Radius von 2m zum Stehen gebracht wird. Nach Anweisung des Ringstewards wird der Hund nun zu einem 3x3m Quadrat (in linker oder rechter Richtung) geschickt, in welchem er zum Liegen kommt. Der Hundeführer bewegt sich nun auf Ansage auf seinen Hund zu, muss dann eine Wendung beschreiben und dann Richtung Ausgangspunkt zurückgehen. Auf dem letzten Teilstück wird der Hund ins „Fuß“ gerufen, was dieser unverzüglich einnehmen muss.

 

Richtungsapport

Drei Apportierhölzer werden in 20 m Entfernung mit Abstand von 5m ausgelegt, so dass jedes deutlich sichtbar ist. Der Hund wird zunächst zu einer 10m entfernten Pylone geschickt, wo er in einem Radius von 2m zum Stehen gebracht wird. Nun wird der Hundeführer angewiesen, den Hund zu dem zuvor ausgelosten Bringholz zu schicken und dieses korrekt zu übergeben (direkte Aufnahme, sofortiges Apportieren, perfektes Vorsitzen, bzw. in der Grundstellung abgeben).

 

Hürdensprung mit Metallapport

Hund und Hundeführer stehen ca. 3m vor einer auf die Rückenhöhe des Hundes eingestellten Hürde ( Widerristhöhe gerundet auf die nächsten 10 cm). Der Hundeführer wirft auf Anweisung das Metallapportel über die Hürde. Auf ein Hörzeichen springt der Hund über die Hürde (ohne sie zu touchieren) und bringt die Metallhantel zurück über das Hindernis in den Vorsitz, bzw. in die Grundstellung. Die Geschwindigkeit sollte in beiden Richtungen gleich schnell sein, das Apportel darf nicht fallengelassen werden oder im Fang bewegt werden.

 

Geruchsidentifikation

Kurz vor Beginn dieser Übung wird dem Hundeführer vom Ringsteward ein Gegenstand aus Holz (10cm x 2cm x 2cm) zum markieren gereicht. Dieser darf das Hölzchen max. 5 sec. in der Hand halten. Der Hund darf diesen weder berühren, noch daran riechen. Nun übergibt der Hundeführer den Gegenstand dem Ringsteward und dreht sich um. Das berührte Hölzchen wird mit 5 weiteren neutralen Hölzchen, die ausschließlich der Ringsteward berühren darf, in ca. 10m Entfernung hinter dem Hundeführer als Reihe oder Kreis ausgelegt.

Nach dem erneuten Einnehmen der Grundstellung wird der Hund mit einem Hörzeichen zum Suchen des berührten Hölzchens geschickt. Nachdem er es, ohne die anderen zu berühren gefunden hat, muss es unverzüglich auf dem direkten Wege korrekt apportiert werden (wieder ohne Fallenlassen und Kauen).

 

Distanzkontrolle

Der Hund wird auf einer vorgegebenen Stelle abgelegt. Der Hundeführer stellt sich 15m entfernt gegenüber vom Hund auf. Nun muss der Hund auf kurze Hör- und Sichtzeichen alle 3 sec. sechsmal die Stellung wechseln, wobei jede Stellung zweimal gezeigt werden muss:

Im Platz verlassen dann z.B. Sitz – Steh – Platz – Steh – Sitz – Platz.

Hierbei soll der Hund entweder zur Vor- oder Hinterhand arbeiten. Zur Hinterhand arbeiten heißt im optimalen Fall: aus dem Platz hebt er den Oberkörper an ins Sitz. Dann kommt der Hund leicht vor ins Steh, um sich danach nach hinten weg ins Platz zurückzubewegen, ohne dass die Hinterpfoten bei allen Wechseln die Position verlassen.

Wie in allen anderen Übungen wird stets höchste Präzision und Schnelligkeit bewertet. Der Bewertungspunkt „Mensch-Hund“, wo das harmonische Zusammenspiel des Teams vom Leistungsrichter bewertet wird, fließt nur in den Leistungsstufen Beginner, 1 und 2 mit ein.

Grundsätzlich werden vom Leistungsrichter maximal 10 Punkte pro Übung vergeben, wobei es, je nach Schwierigkeit einen Koeffizienten zwischen 2 und 4 gibt, mit welchem die vergebenen Punkte multiplitziert werden. Jedes Abweichen, der noch viel detaillierteren Prüfungsordnung, hat einen Abzug von mindestens 0,5 bis max. 5 Punkten, bzw. auch der Entwertung (0 Punkte) der jeweiligen Übung zur Folg

 

 

Quelle:

Prüfungsordnung Obedience 2016

https://www.vdh.de/hundesport/obedience/

http://www.dvg-hundesport.de/home/obedience~8a8181bf1dfce6f4011dfd062a860027.de.html

https://www.atn-ag.de/magazin/redaktionelles/obedience-hundesport-mit-koepfchen